Kreuzfahrt auf dem Amazonas

Auf Kreuzfahrt in die grüne Hölle Amazoniens

Wer es dem Entdecker Francisco de Orellana gleichtun möchte, kann eine Amazonas Kreuzfahrt machen. Eine Kreuzfahrt auf dem Amazonas über Belem und Manaus bis nach Iquitos gehört zu den wohl unvergesslichsten Abenteuern.

Das größte Wassersystem der Erde wartet mit zahlreichen Superlativen auf, so führen der gewaltige Strom und seine Nebenflüsse 20% der weltweiten Süßwasserreserven. Der Amazonas selbst misst von seiner Quelle in den Anden bis zu seiner Mündung in den Atlantik je nach Messverfahren zwischen 6.500 – 7.000 Kilometer.

Das Mündungsdelta ist 250 Kilometer breit, sein Wasser vermischt sich erst nach 400 Kilometern mit dem des Atlantiks. Kreuzfahrten über den Amazonas werden inzwischen verstärkt von Kreuzfahrtreedereien angeboten. Hochseeschiffe können den Fluss 4.000 Kilometer bis Iquitos in Peru befahren.

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Der Regenwald des Amazonas ist die Klimakammer der Erde; 50% des Sauerstoffs werden hier erzeugt. Mit 7 Millionen Quadratkilometern ist es der größte Regenwald unseres Planeten.

Auf Kreuzfahrten über den Amazonas kann man die einmalige Tier- und Pflanzenwelt  Amazoniens erleben. Über 1.800 Vogelarten und 250 Säugetierarten leben hier.

Belém: Tor zu Amazonien

Ausgangspunkt für eine Kreuzfahrt in die grüne Hölle des Amazonas ist meist die brasilianische Stadt Belém, Die Hauptstadt des Bundesstaates Pará liegt am südlichen Arm des Amazonasdeltas. Größte Attraktion der Hafenstadt ist das Forte de Castelo, der heutige Gouverneurssitz. Der Mercado-Ver-o-Peso ist ein von den Engländern erbauter Markt, auf dem Lebensmittel und Kunsthandwerk angeboten wird.

Die Flussinsel Marajo (Ilha do Marajó) in der Nähe von Belém ist für historisch interessierte Kreuzfahrtreisende interessant; sie ist Heimat der präkolumbianischen Marajoara-Kultur. ferner beherbergt die Insel, die größer als die Schweiz ist, eine Herde nur hier gezüchteter asiatischer Wasserbüffel; die Tiere sind ursprünglich Opfer eines Schiffbruchs bei dem einige Tiere sich auf die Insel retten konnten und sich hier erfolgreich haben etablieren können

Tropenstrände in Santarém

1.588 Kilometer flussaufwärts führt die Kreuzfahrt nach Santarém. Die zweitgrößte Stadt Parás liegt an der Mündung des Rio Tapajós in den Amazonas. Das klare, türkisfarben schillernde Wasser des Flusses wird von weißen Stränden gesäumt, von denen der Alter do Chão der schönste ist. Etwa 300 Kilometer südlich von Santarém wurde Gold gefunden. Dort entstanden über 50 Goldgräbersiedlungen.

Eine Rundfahrt durch die bei Hochwasser weiträumig überschwemmte Várzea-Flächen entlang des Maicá-Seitenarms zwischen Santarém und Óbidos ist ein echtes Erlebnis – die fruchtbaren Auen des hier stellenweise bis zu 100 Kilometer breiten Stroms bilden ein ganzes System aus Seen, Kanälen und kleine Inseln

Amazonashauptstadt Manaus

Noch weiter im Landesinneren, liegt die Hauptstadt Amazoniens: Manaus. Dank des Kautschukbooms und der Monopolstellung Südamerikas wurde Manaus zu einer prachtvollen Stadt ausgebaut, die mit europäischen Städten konkurrieren sollte. Aus dieser kurzen Zeit stammen die schönsten Gebäude der Stadt. Sehenswert in Manaus sind das Palacio Rio Negro, die reichverzierte frühere Residenz des Deutschen Waldemar Scholz und natürlich das Teatro Amazonas; mit dem 1890-96 errichteten prunkvollen Opernhaus suchte die Oberschicht der Stadt den Anschluss an das europäische Kulturleben. Aus ganz Europa wurden Baumaterialien herbeigeschafft: Dachziegel aus dem Elsass, Eisenteile aus Paris, Leuchter aus Murano, Marmor aus Carrara. Die Fassade ist neoklassizistisch, das Innere im Jugendstil ausgestattet und mit Gemälden und Stuck dekoriert.

In der Umgebung von Manaus ist das Encontro das Aguas ein Muss für jeden Kreuzfahrtreisenden; hier treffen die schwarzen Fluten des Río Negro auf die hellbeigefarbenen des Rio Solimões. Die Wassermassen vermengen sich erst nach etwa 80 Kilometern. Auch ein Ausflug zum Lago January lohnt: in den Überschwemmungswäldern sind bunte Aras und Brüllaffen zu sehen.

Zauberhaftes Iquitos

Viele tausend Kilometer den hinauf an der Grenzstadt Tabatinga/Leticia vorbei liegt das peruanische Iquitos. Die Regenwaldmetropole verfügt über keinen Anschluss an das Straßennetz und ist nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar. Handelsübliche Kreuzfahrtschiffe schaffen es nicht bis Iquitos, für sie endet die Kreuzfahrt meist in Manaus.

Per Schiff in die Fitzcarraldo-Stadt kommt man nur mit einem Linienschiff einer traditionellen Gaiola, das in vielen eintönigen Stunden die gewaltige Strecke zurücklegt. Ab Iquitos wiederrum gibt es komfortable Flusskreuzfahrtschiffe, die einen auf bis zu 2 Wochen dauernde Kreuzfahrten in die ursprüngliche Wildnis stromaufwärts bringen.

Attraktion in Iquitos ist der Malecón, die Uferpromenade am Amazonas.

Tierbeobachtung am Amazonas

An Bord eines Kreuzfahrtschiffs lässt sich die Regenwald-Atmosphäre  nur eingeschränkt einfangen und erleben, zu breit ist der Strom, zu abstrakt die weit entfernten, bewaldeten Flussufer. Mit kleineren Booten, sogenannten Zodiacs geht es in die Nebenarme des Hauptstroms, hier ist man dem Dschungel und damit auch den Tieren ganz nah. Es besteht die Möglichkeit die stets präsenten Capybaras, schweineähnliche Großnager zu sehen, auch der bunten Vogelwelt kann zumindest gelauscht werden. Mit etwas Glück sieht man Papageien, Affen oder rosa Flussdelphine.

PiranhaVogelspinne

Der Anblick von großen Jägern, wie dem Jaguar, Riesenottern (lobos del rio) oder der Harpyie sind eher selten. Möglicherweise lässt man sich auf eine Wanderung ein und trifft auf verschiedenartige Insekten und Spinnen, die Lanzenotter oder den imposanten Buschmeister. Allen Unkenrufe zum trotz, an vielen Stellen ist auch das Baden möglich, die Wahrscheinlichkeit ein Opfer von Piranha, Anakonda oder Kaiman zu werden ist äußerst gering.