Kongo-Kreuzfahrt
Ins Herz der Finsternis
Eine Kreuzfahrt auf dem Kongo erscheint angesichts durchgenormter AIDA, MSC und Costa Kreuzfahrten eher ungewöhnlich und 4-Sterne Luxus ist auch nicht zu erwarten; dennoch lässt sich mit einer großen Portion und Organisationstalent auch eine Kongo-Kreuzfahrt organisieren.

Mit dem Kreuzfahrtschiff auf den Spuren von Joseph Conrad in das Herz Schwarzafrikas ist zwar weder mit einem normalen Kreuzliner möglich noch gibt es hier Flusskreuzfahrtschiffe, aber Lastkähne, Ruderboote und Passagierfähren gewährleisten, dass das einzigartige Flusserlebnis auch hier erfahren werden kann. Das beklemmende Gefühl vager Bedrohung wird niemand auf einer Kongo-Kreuzfahrt missen müssen
Der zweitlängste Fluss in Afrika und eines der längsten Fließgewässer der Welt ist etwa 4 374 Kilometer lang und bis zu 16 Kilometer breit. Es gibt mehr als 4 000 Inseln im Fluss, wovon etwa 50 länger als 16 Kilometer sind. Der Kongo entspringt südlich des Äquators als Lualaba im Süden der Demokratischen Republik Kongo. Von dort fließt er zunächst in nördlicher Richtung. Flussabwärts von Kinshasa fließt der Kongo in zahllosen Wasserfällen, deren Hauptstufe als Livingstonefälle bezeichnet werden. Dieser Flussabschnitt ist für Schiffe ebenfalls nicht befahrbar. Zwischen Kisangani und Kinshasa ist der Kongo für alle Arten von Fluss- und Kreuzfahrtschiffen passierbar. Oberhalb von Kisangani verhindern Stromschnellen im Oberlauf des Flusses auf einer Strecke von etwa 100 Kilometern die Schifffahrt
Stanley und Livingstone
Die Namen von zwei Afrikaforschern sind untrennbar mit der Geschichte des Flusses verbunden: David Livingstone und Henry Morton Stanley. Er Der schottische Forscher und Missionar Livingstone erreichte als Erster 1871 den Lualaba; galt jedoch seit 1866 als verschollen. In diesem Jahr traf ihn der britische Journalist und Afrikaforscher Stanley in Ujiji (Tansania), dem auch die Erforschung des Hauptstromes gelang. Dieser war im Auftrag des New York Herald auf der Suche nach Livingstone. 1874 umrundete Stanley den Tanganyikasee und steuerte dann nach Westen zum Fluss Lualaba. 1876 fuhr er den Lualaba und den Kongo hinab bis zu den Livingstonefällen, denen er diesen Namen gab.

Das zentrale Flussbecken des Kongo ist mit immergrünem tropischem Regenwald bedeckt, zur Tierwelt gehören Gorillas, Okapis, Waldelefanten, Flusspferde und Krokodile. Viele von ihnen könne während einer Kongo-Kreuzfahrt beobachtet werden.
Kisangani
Sehenswert auf einer Kreuzfahrt ist die als Stanleyville gegründete Provinzhauptstadt, die sich an beiden Ufern des Kongo erstreckt. In der Umgebung befinden sich die Stanleyfälle und sehenswerte Pygmäendörfer wie Epini und das malerische Adusa. Der 300 Kilometer nordöstlich gelegen Garamba-Nationalpark ist Heimat zahlreicher Savannantiere wie Nashörner, Giraffen und Elefanten.
Kinshasa - weder Ruhe noch Entspannung
Ein wirklich entspanntes Kreuzfahrterlebnis kommt für den geneigten Expeditionsurlauber in der als Léopoldville gegründeten Hauptstadt des Kongo nicht auf. Ist man Rebellenführern und Kindersoldaten erfolgreich aus dem Weg gegangen kann man einige Sehenswürdigkeiten bestaunen, so den Gare Central, mit dem Denkmal für die Opfer der 2.000 Menschen, die beim Bau der Eisenbahn ums Leben kamen und der Mont Léopold, der einen schönen Rundblick über die Metropole bietet.