Kreuzfahrt auf dem Niger

Ins heiße Herz Afrika

Auf den Spuren von Mungo Park auf dem Niger nach Timbuktu, Bussa und Niamey, dies ist mit etwas Organisationsgeschick auch dem ambitionierten Kreuzfahrturlauber möglich. Nur beim Komfort und der Hygiene sind für den an europäische Standards gewöhnten Kreuzfahrttouristen leichte Abstriche möglich, diese werden jedoch durch den zusätzlichen Abenteuerfaktor mehr als Wett gemacht.

Niger_Mali

Der Niger, ein geographische Rätsel

Geographen haben lange den genauen Flusslauf des Niger gesucht. Der schottische Entdecker Mungo Park stellte im Jahr 1796 fest, dass der Fluss nach Osten fließt. 1830 bewiesen die englischen Brüder Richard und John Lander, dass der Niger in den Golf von Guinea mündet.
Der Niger hat eine der ungewöhnlichsten Strecken aller wichtigen Flüsse, eine Bumerang-Form, die die europäischen Geographen seit zwei Jahrtausenden ratlos machte. Seine Quelle ist nur 240 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt, aber der Fluss fließt vom Meer weg in der Wüste Sahara, nimmt dann eine scharfe Rechtskurve in der Nähe der antiken Stadt Timbuktu und führt weiter südöstlich an den Golf von Guinea. Diese seltsame Geographie ist offenbar entstanden, da der Niger aus zwei alten Flüssen besteht und diese miteinander verbindet.

Wissenswertes für die Niger-Kreuzfahrt

Der drittgrößte Strom Afrikas entspringt in Guinea und fließt auf einer Länge von 4.100 Kilometer durch den Westen Afrika

Während seiner Reise kann der Kreuzfahrturlauber Mali, Niger und Nigeria erleben. In Nigeria ergießt sich der Niger in den Golf von Guinea. Das Nigerdelta ist mit rund 25. 000 Quadratkilometern das größte Flussdelta in Afrika. Das nigerianische Port Harcourt liegt am Delta.

Der Niger bildet auch ein riesiges Binnendelta in Zentralmali. Der Fluss "verliert" dort fast zwei Drittel seiner potenziellen Strömung im Inneren Delta zwischen Ségou und Timbuktu durch Versickerung und Verdunstung. Stromaufwärts ist der Fluss fast ganzjährig bis nach Lokoja schiffbar; andere Bereiche sind nur saisonweise befahrbar.Der Niger ist ein relativ "klarer" Fluss, er transportiert nur ein Zehntel so viel Sediment wie der Nil. Saisonalen Überschwemmungen machen das Delta äußerst fruchtbar

Der Oberlauf des Niger war das Kerngebiet der alten Königreiche von Mali und Songhai. Während dieser Zeit war die Stadt Timbuktu an der großen Biegung des Flusses (Nigerknie) ein bedeutendes Zentrum für Handel und Kultur.

Sehenswürdigkeiten auf einer Niger-Kreuzfahrt

Die Ölmetropole Port Harcourt am Niger-Delta ist eher funktionell als schön, eher chaotisch als malerisch. Am besten gleich weiterfahren

Die Hauptstadt des Niger Niamey liegt am Ostufer des Niger. Zu besichtigen ist das schöne Nationalmuseum und das benachbarte Freilichtmuseum. In der Umgebung der Stadt liegt der Parc National du „W“, das größte Wildschutzgebiet Westafrikas mit reichem Wildbestand, der Ende der Trockenzeit (April bis Juni) am besten zu besichtigen ist.

Legendäres Timbuktu

Weiter geht die Niger-Kreuzfahrt nach Mali, dort wartet auf den Kreuzfahrtpassagier eine legendäre Stadt: Timbuktu. Im ehemaligen geistigen und wirtschaftlichen Zentrum Westafrikas kann man die Häuser der Afrikaforscher, die im 19. Jahrhundert die Stadt besuchten, besichtigen. So sind die Wohnhäuser von Alexander Laing, des Franzosen René Caillié und des Deutschen Heinrich Barth, der 1853 in Timbuktu war, noch erhalten. Ebenfalls sehenswert sind die drei Moscheen der Stadt und der vom Maghreb beeinflusste Medina-Bezirk im Stadtzentrum.

In Mali sollten Kreuzfahrturlauber auch Mopti und Djenné mit der berühmten aus Lehm gebauten Großen Moschee und Bamako mit seinem schönen Markt Marché Rosé besuchen.